Schatz, hol die Wanderschuhe raus, wir gehen Whisky trinken! Der Säntis Whiskytreck.

Gelungene Innivation erkennt man an ihrer Unaufhaltbarkeit. Sie sucht sich ihren Weg und reißt immer mehr Leute mit.

http://www.saentismalt.com ist dafür ein faszinierendes Beispiel. Die Schweizer Brauerei Appenzeller Bier beschließt Whisky zu brennen. Wieso? Die Rohstoffe sind ja schon vorhanden und die Gesetze haben sich geändert*.

Innovative Abfüllungen führen zu einem gewissen Markenimage und die regionale Bindung sorgt für neue Ideen. Die Bergwirte schenken den Whisky aus und wollen mehr. Daraus entsteht der Whiskytreck – ein Zusammenschluß von 27 Bergwirten mit 27 unterschiedlichen Whiskys – für alle Whiskyfreunde und Wanderer. Ein wahrlich genußvoller Gipfelsturm.

Säntis Treck Logo

Seit diesem Frühjahr hat  der Säntis Whiskytreck geöffnet. Alles zu erwandern und verkosten. Eine sehr schöne, lokale Markenaktivierung!

Dazu habe ich mit Urs Dähler, dem Verantwortlichen für die Spirituosen, unterhalten:

Whisky wird bei der Brauerei Locher erst seit 1999 gebrannt, doch Innovation und zahlreiche neue Produkte spielen bei euch eine große Rolle. Woher kommt der Elan?

Karl Locher’s  Passion ist definitiv das entwickeln und lancieren von neuen Produkten. Seine Innovationskraft sucht wirklich seinesgleichen. Für uns Mitarbeiter ist es jeweils sehr spannend diese umzusetzen.

Wie seit ihr auf die Idee des Whisky Trecks gekommen?

Schneller als gedacht hat sich der Säntis Malt einen Namen gemacht. Und so kam es, dass auch die 27 Appenzeller Berggastwirte den Säntis Malt an ihre Gäste ausschenken wollten. Während sich die meisten damit begnügten, war es wiederum der «Gwonder» (= Neugier) eines Appenzellers, der noch etwas Spezielleres wollte. Sepp Manser, der Wirt des Berggasthauses Meglisalp, hatte sich informiert und so erfahren, dass es immer mal wieder Sonder-Editionen mit Säntis Malt Whisky aus speziellen Fässern gab. Darum fragte er an, ob er nicht so einen einmalig gelagerten Whisky für sein Berggasthaus haben könnte. Bei der Brauerei Locher AG war man schon immer offen für neue Ideen und so kam es, dass das Berggasthaus Meglisalp im Sommer 2012 seinen eigenen und einzigartigen Whisky ausschenken konnte. Und was alles andere als eine Schnapsidee war, wurde zu einem unerwartet grossen Erfolg.

Whisky und Schweizer Berge – wie passt das zusammen?

Tolles Quellwasser aus dem Alpstein, hervorragende Rohstoffe und gesunde Luft im Zusammenhang mit der Innovationskraft der Brauerei Locher ergibt einen noch nie dagewesenen Whisky.

Was kann ich von den 27 Whiskys erwarten? Wie haben sie sich entwickelt?

Da verweise ich gerne auf unserer Homepage und die Degustationsnotizen von Julia Nournay! Da hat es ohne zu übertreiben wirklich absolute Raritäten dabei!

Wie viel Aufwand braucht es für 27 Whiskys und Gasthöfe?

Viel! Aber es war immer ein Vergnügen die Bergwirte in die Welt des Säntis Malt Whisky einzuführen und dieses Projekt mit den unterschiedlichsten Menschen zu lancieren.

Welcher ist dein bevorzugter Gasthof?

Jedes Bergrestaurant hat sein ganz eigenen Charme und ist in jedem Fall einen Besuch wert! Geniessen steht über allem!

Säntis klein

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Hier noch ein Blick in der Historie der Marke:

Im Jahre 1998 stellte sich Karl Locher, Inhaber der Brauerei Locher AG, die Frage, wie man es möglich machen könnte, an die Aromen und Bierextrakte alter Fässer heranzukommen. Solche 60 bis über 120 Jahre alten Bierfässer seiner Vorfahren hatte er nämlich bei einem Umbauprojekt fast schon zufällig wiederentdeckt.

Bei den Bierfässern handelt es sich um alte Eichenholzfässer mit denen das Bier bis Anfang der 70er Jahre in die Gasthäuser transportiert wurde. Das innere der Fässer wurde aus hygienischen Gründen gepicht, mit einer harzartigen Schicht ausgekleidet. Dies geschah auch, damit die Kohlensäure nicht durch die Poren entweichen konnte und das Bier nicht nach Holz schmeckte. Obwohl die Fässer regelmässig nachgepicht wurden, gab es in dieser Harzschicht Risse und so gelangte während Jahrzehnten immer wieder ein wenig Bier in die Holzdauben. Das Wasser verdunstete und im Holz sammelte sich Malzextrakt an. Genau dieses Malzextrakt verleiht dem Säntis Malt Whisky seine besondere Note und gibt uralte Bier-Erinnerungen weiter. Dazu ist das Wechselspiel zwischen Holz und Destillat nötig. Deshalb wurde die Harzschicht entfernt und erst dann das erste Gerstendestillat eingefüllt.

Mit der Aufhebung des Verbots in der Schweiz, aus Gerste Brände herzustellen, begann 1999 die Whiskyproduktion. Säntis war geboren.