Echtwald – Der Urwald als Kunstkonzept

Ich bin vor einiger Zeit auf www.echtwald.com aufmerksam geworden und fand das Konzept und die (visuelle) Aufbereitung sehr spannend.  ECHTWALD ist in meinen Augen einzigartig, da es sich um eine Stiftung, Handelsmarke und Kunstprojekt in einem handelt. Ziel ist es, große Waldflächen zu erwerben und diese wieder in den Urzustand zu versetzen.  Dazu können Anteile erworben werden, genauso wie Produkte aus dem Echtwald Shop. Dies brachte mich erst auf das Konzept, da ich ECHTWALD  zu Beginn für einen Manufactum Ableger hielt. Was mehr als falsch ist. Da irren aber menschlich ist, und ich mich in den Maiwipfelgeist verschaut habe, wollte ich den Machern noch ein paar Fragen stellen:

Echtwald_1

Credit: Thorsten Arendt, ECHTWALD

 

 

Wie ist die Idee entstanden?

Die Ideengeber und Stifter Thomas Grässlin und Nanette Hagstotz von Echtwald haben seit Jahrzenten eine Affinität zur Kunst. Die Zusammenarbeit mit Künstlern lag deshalb nahe, weil sie beide Interessengebiete – Natur und Kunst – verbindet. Die aktive Renaturierung ehemaliger Wirtschaftswälder durch Forstwirte und Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern und durch Kunst ist ein so noch nie dagewesenes Konzept.

Welche Rolle spielen Genussmittel in diesem Konzept?

Bei den Genussmitteln spielt die regionale Herkunft der Produkte eine große Rolle. So kommt der Waldhonig von Echtwald aus Süddeutschen Wäldern. Die Imker legen großen Wert auf die natürliche Umgebung der Insekten. Sie engagieren sich in vielfältiger Weise um die Erhaltung der Honigbienen weltweit.

Eine weitere Verbindung zwischen der Idee hinter ECHTWALD und den Produkten ist das erzählerische Moment. Die weichen Fichtentriebe für den Maiwipfelgeist beispielsweise wurden an Sankt Servatius, im Mai 2010 gesammelt. Es gab ein großes Grillfest mit einer großen Sammelaktion der Zutaten für den Maiwipfelgeist. Diese Geschichte befindet sich auch auf dem Etikett des Destillats. Mit diesen und allen anderen Produkten möchte ECHTWALD regionale Produzenten fördern und bekannt machen.

Maiwipfelgeist

Credit: Patrick Zier, ECHTWALD

 

Wie setzt sich Zielgruppe von echtwald.com zusammen?

Im Grunde möchten wir mit ECHTWALD all diejenigen ansprechen, die Wert auf einen bewussten Umgang mit ihrer Umwelt und den nachhaltigen Wert von Produkten legen. Dies bezieht sich sowohl auf die Ernährung als auch auf Alltags-und Designobjekte.

Wie wählt ihr die Produkte und Produzenten aus?

Es gibt einen Produktrat, der demokratisch über die Auswahl entscheidet. Jedes Mitglied kann im Vorfeld Produktideen einbringen. Dabei gibt es weder nach oben, noch nach unten eine Begrenzung

Leberwurst, Wein, Schnaps – alles natürliche Produkte die den Wunsch des Kunden nach einem nachhaltigen Lebensstil Projektionsfläche bieten. Ist dies das Ziel oder geht es um etwas ganz was anderes?

Echtwald vertreibt Produkte mit glaubwürdigen ökologischen Hintergründen, bei der die Produktion nachvollziehbar ist. Ein weiteres Kriterium ist das Design der Artikel. Denn neben dem Inhalt muss auch die Begeisterung für das Produkt durch das Erscheinungsbild vermittelt werden können.

Mit dem Kauf dieser Produkte unterstützt man somit die Arbeit der ECHTWALD Stiftung, die an der konkreten Renaturierung der Waldgebiete Burg Wiesneck und Frauensteig im Schwarzwald arbeitet. Zugleich erhält man ein hochwertiges Produkt. Oft sind es Familienbetriebe, die Echtwald die garantierte Qualität liefern können. Daher werden nur kleine Stückzahlen produziert.

Sie arbeiten mit unterschiedlichen Künstlern wie Clegg & Guttmann, Tue Greenfort, oder Tobias Rehberger zusammen, um Echtwald einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Wird es auch einmal zu einer kulinarischen Auseinandersetzung mit dem Thema Wald kommen?

Hierzu gibt es bereits Ideen. So viel sei vorab gesagt: es wird grün und köstlich.

Der Auftritt von echtwald.com ist sehr klassisch und wertig. Wie schaut die Kommunikation rund um die Initiative aus? Welche Rolle spielen Social Media Kanäle?

Der Wandel durch Technologie hat schon lange Einzug gehalten in das Kommunikationsverhalten unserer heutigen Zeit. Social Media Kanäle wie Facebook und Co. gehören auch für Echtwald zu den wichtigen Kommunikationsinstrumenten. Die schnelle Verbreitung von Inhalten, der unmittelbare Kontakt zu den Interessenten und die Vernetzung mit Gleichgesinnten und Medienpartnern spielt hierbei eine große Rolle. Echtwald hat einen eigenen Blog, in dem die Stiftung über aktuelle und interessante Themen rund um das Thema Wald und Nachhaltigkeit berichtet. Weiterhin werden hier Produktneuheiten vorgestellt und Produzenten porträtiert. Zudem kommuniziert Echtwald über Facebook und Twitter.

Welche Rolle spielt eine durchgehende Corporate Identity?

Zur Stärkung der Marke ECHTWALD und der Identität hinter ECHTWALD als Stiftung spielt eine durchgehende CI eine große Rolle. Die Identifikation mit der Idee hinter ECHTWALD und das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen stehen dabei an vorderster Stelle.

Ist das Konzept auch als Möglichkeit für andere Länder angedacht oder den deutschen Bedürfnissen auf den Leib geschrieben? Besteht der Wunsch die Initiative zu exportieren?

Ja. Innerhalb Europas.

Was können wir uns von Ihnen in der Zukunft erwarten?

Mehr Echtwald.