Gin, Wodka, Whisky – wann hat das ein Ende? Und wann kommen die Obstbrände?

Gin, Whisky und auch Wodka – drei hochprozentige Erfolgsgeschichten, die in Deutschland von zahlreichen althergebrachten Brennereien aufgegriffen und Newcomern in Großstädten lokal interpretiert werden.  Welchen Wert hat also noch der 300te Gin aus 27 Botanicals? Wieso braucht es noch einen Whisky aus Fürstenfeldbruck?  Und welche Chancen haben dann noch klassische Obstbrände und althergebrachte Schnäpse? Eine oft vernachlässigte Sparte, die man nicht unterschätzen sollte. Vor allem, wenn man auf den oder den Experten hört.

Spannende Fragen und eine sehr schöne Veranstaltung auf der ich sie stellen wollte – die Spirituosenmesse www.finest-spirits.de in München. Ich nutze vor allem die Anwesenheit von kleinen Produzenten aus Deutschlamd, Italien und der Schweiz, um ins Gespräch zu kommen und sammelt durchgehend plausible Antworten ein:

1/ Weil wir es können und die Ressourcen haben.

2/ Weil die Leute es wollen und nachfragen.

3/ Weil wir etwas anderes machen wollen. (Neben der bestehenden Produktrange.)

4/ Weil guter Geschmack dezentral und universell ist.

5/ Weil wir uns weiterentwickeln und nie stehen bleiben.

6/ Weil klassische Obstbrände noch sehr viel Entwicklungspotential haben (Fassreifung, Maischeverarbeitung, etc.)

Als Protagonisten meiner – auf keinen Fall allumfassenden noch repräsentativen – Umfrage darf ich folgende Unternehmen auf die Bühen bitten:

Mein Fazit:

Am Ende des Tages wird Gin auf einer Ebene mit Craft Beer und Wein stehen. Mit einer breiten Differenzierung und der Möglichkeit, dass jeder seine eigene Version brennt. Von der Reputation schwieriger hat es der Wodka und Whisky ist zu komplex und langwierig, um hier schnell auf den Zug aufespringen zu können. Dieses Potential hat in der Tat noch Rum, wie man bei Rivers, Meermaid oder bei Edelstahl Spirits sieht. Obst- und Kornbrände punkten mit lokaler und qualitativer Ausdifferenzierung. Besonders wenn man bei der Produktion und Marketing wie Whisky oder Gin denkt und eben diesen auch im Sortiment als Teaser führt.

WaRum eigentlich?

Weil wir uns weiterentwickeln und nie stehen bleiben (sollen). Dies ist auch ein schöner Gedanke für die Finest Spirits. Eine Veranstaltung, die großes Potential liegen lässt. Sie ist weniger Leitmesse wie ein Barconvent, sondern sieht ihre Bestimmung mehr als Jahrmarkt der Geschmäcker. Neben Whisky findest du den Käsestand, Essigchips und Schottenröcke. Was per se nicht schlecht ist und die Leute auch schon 5 Minuten nach Start in der Warteschlange unruhig zappeln lässt.

Und auch wenn das Hauptthema Rum ist – warum eigentlich? – gehen doch 90 % aller Programmpunkte über das Thema Whisky. Trends, Innovationen, Lokalkolorit oder Food (außer Käse) werden nicht aufgegriffen oder die bestehende Bühne als Ort des Zusammenkommens oder Diskutierens genutzt. Am Ende passt das Bild: Der Besucher steigt am Bahnhof Giesing in einen alten Bus, um in ein Museum zu fahren.

Disclaimer: Die Finest Spirits hatte mich als Blogger auf der Gästeliste. Folglich zahlte ich keinen Eintritt, aber für die Gespräche und die meisten verkosteten Spirituosen.

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