Unendliche Weiten – was muss man World Wine Web?

Määh
Was muss man im World Wine Web? Nichts. Weder als Winzer, Produzent, Händler, Sommelier, Weintrinker und Cola-Rot-Blubberer. Braucht man nicht, macht doch jeder. Deshalb sieht man auch derartige viele Bilder von Weinbergen – in dem Fall samt neuseeländischem Schaf aus der eigenen Reisebiografie – und manch einer macht sich den Spaß in seinen Status Updates zu fragen, wo er sich doch gerade befinde. Macht aber andererseits doch Sinn. Aber warum?
Für die größte Weinmesse Europas durfte ich einige Fragen zu Online-Marketing unter dem Titel ‚Der digitale Weinbauer‚ beantworten und dabei ist ein schöner Beitrag mit zahlreichen Meinungen entstanden.
Das komplette Interview zum World Wine Web und Kommunikation gibt es in der Länge eines Glas Weines hier zu lesen:
1/ Was bedeutet für Dich digitales Marketing?
Du kaufst auf http://www.amazon.de deinen neuen Krimi und bekommst die entsprechende Flasche Rotwein empfohlen. Dein Kumpel Fritz postet ein Glas Wein auf Facebook, du bekommst das entsprechende Angebot über sechs Flaschen und zwei Gläser.
2/ Warum sollte jemand aus der Weinbranche sich darin engagieren?
Wein passiert heute online. Vom Kauf der Flasche, der Bewertung, dem Kontakt mit dem Händler bis zur Buchung der Übernachtung beim Winzer. Meinungen werden heute schneller gepostet als eine Flasche Wein entkorkt. Und das Internet kennt keine Distanzen. Neuseeland ist dir heute genau so nahe wie Neusiedl am See.
3/ Was kann man damit erreichen?
Kontakte, sehr viele Kundendaten, Service, Kommunikation und im bestem Fall eine verkaufte Flasche Wein mehr.
4/ Was bringt ein Besuch bei Veranstaltungen wie #wbiz oder #DWCC?
Kontakte und Inspiration. Den Blick über den Tellerrand – vor allem wenn es um Deutschland geht.
5/ Was meinst Du, wie wird sich die Vermarktung in den nächsten Jahren und der Zukunft entwickeln? Was wird sich verändern?
Die Personalisierung der Inhalte und Angebote geht  weiter. Die großen Player im Markt – Aldi, Lidl, Amazon, etc. – werden das Weinbusiness umkrempeln. Und am Ende des Tages wird unser Weinkonsum mess- und vermarktbar. Der Korkenzieher kommuniziert mit dem iPhone und gibt Daten an den Händler weiter.
6/ Könntest Du mir außerdem einen kleinen Überblick darüber geben, wie Du selbst mit Social Media umgehst und was es für Dich bringt?
Wie gehe ich mit Social Media um? Laut und extrovertiert. Social Media funktioniert für mich nur mit eigenem Stil und Inhalten. Du bist dein eigenes Magazin und machst Unterhaltung. Ansonsten kommst du dem Liken anderer Inhalte nicht mehr hinterher. Was es mir bringt? Spaß, Aufmerksamkeit und neue, interessante Kontakte.
7/ Noch irgendwas anderes, was Du gern dazu sagen würdest? Nur zu.
Quantität im Marketing ist keine Qualität. Weinberge sind Weinberge, Weinköniginnen sind Weinköniginnen, romantische Weinberge sind romantische Weinberge und Abverkauf ist Abverkauf. Trumpf im digitalen Marketing ist der feine Unterschied sowie eine Prise Humor.
8/ Wann hast Du angefangen Social Media mit Deinem Job zu kombinieren?
Meine ersten Social Media Erfahrungen waren offline: Eine Kochveranstaltung für Butterschmalz in 2008, bei der sich Foodblogger und Journalisten nicht grün wurden. Seitdem blogge ich. Dann erlebte ich noch Second Life und StudiVZ , um in Folge die ersten Facebook Kunden-Experimente zu starten.
9/ Hast Du vielleicht Verschiedenes versucht und manches wieder verworfen?
Über sieben Jahre Social Media haben einige Erfahrungen beschert! Was heute gut ist, ist morgen schon wieder fad: absolute Reichweite, geo-location based Apps, QR-Codes, Content Martketing, etc. Der absolute Tiefpunkt all meiner Aktivitäten war die #Heimbararade. Falsche Story, keine Zielgruppe, kein langfristiges Konzept, kein Budget, ein einziger Teilnehmer. Ich.  Eine schöne Kundenarbeit abseits der Mainstream-Kanäle sind die NZ Wine Google+ Hangouts, die wir für internationale Fachleute gemacht haben.
10/ Und in inwiefern sind soziale Medien wichtig dafür?
Soziale Medien sind wie eine Nabelschnur für meine Tätigkeit, über die ich Kontakte und Informationen beziehe und mich austausche. Soziale Medien sind wichtig, wenn man etwas zu sagen hat, aufzeigen, Bekanntheit erlangen und verkaufen möchte. Dann komme ich für meine Kunden ins Spiel und sorge für den richtigen Auftritt und die Inhalte.
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