2014 mit Messern und Gabel

Vor einem Jahr zählte ich noch die Anzahl meiner Mahlzeiten und Kaffees als Einleitung für meinen Jahresausblick 2013 aus. Grundtenor: Es muss sich etwas entwickeln, denn Stilstand ist der Tod.

Es hat sich auch einiges entwickelt – so zähle ich persönlich meine Essen und Tassen Kaffee nicht mehr, weil Quantität kein Qualitätssiegel ist. Viele meiner Gedanken für 2013 sind in den Kinderschuhen steckengeblieben, manche  sind einen Schritt weiter gekommen. Kokoswasser hat sich nicht durchgesetzt – war aber auch eher provokativ gemeint. Ich habe die Gründer von Start-Ups wie Vodrock, Ajuco oder Paar aufs Maul kennengelernt … ein erster Anfang.

Am Ende des Tages bleibt es eine Vision, die ich auch gerne für 2014 geben möchte. Lasst uns auf das neue Jahr mit Messern und Gabel stürzen und unangenehm sein. Hier meine acht Gedanken dazu:

1/ Third Wave als neue Craft

Third Wave und Craft sind die Begrifflichkeiten für das kommende Jahr. Dabei bilden sich drei Wege raus. Traditionellerweise stehen Bier und Kaffee im Zentrum, der Begriff geht aber auch Spirituosen und Softdrinks, etc. über und wird konsequent von der Industrie instrumentalisiert.

2/ Consum / Share / Invest / Create / Grow

In unserer Umgebung steckt viel mehr Datendrang als man glauben möchte. Diese Antriebskraft von Unternehmungen wie Nordenberlin / i eat you / Destille Berlin / Restauarnt Day / Bite Club / Schnippeldisko / Kaffeecampus / Kartoffelkombinat / Supperclubs & Food Trucks / Crowdfunding Geile Weine  wird in 2014 noch weitere Blüten treiben. Man entwickelt sich vom Konsumenten zum Konsummoment-Künstler und wird im nächsten Moment selbstständig.

3/ Transforming food industry

Die Antworten auf die Zukunft von Ernährung werden kaum von den Großen der Branche kommen, noch von deiner lokalen Einzelinitiative ums Eck. Nicht alles, was aus Amerika kommt, aber der Trend Food & Beverage auf einem großen Nenner anders zu denken ist spannend. Siehe beispielsweise www.foodtank.org oder http://www.nytimes.com/2013/04/29/business/venture-capitalists-are-making-bigger-bets-on-food-start-ups.html?_r=0.

4/ Persönlichkeit

Wo ist die neue Generation an nationalen Genuss-Stars? Schuhbeck mag man nicht mehr, Tim Melzer soll sich laut Gault Millau auf sein Restaurant fokussieren und Alfred Biolek sollte auch nicht reanimiert werden! 2014 sollte neue Gesichter mit Verve und Extrovertiertheit hervorzaubern!

Portrait Johnny

(Bildquelle: http://www.sueddeutsche.de/kultur/portraet-johnny-cash-im-dunkeln-da-fauchen-die-pumas-1.431931)

5/ Food Concept Stores

Produkte haben sich schon immer über Persönlichkeit und Beratung verkauft. Der Greisler hat vielleicht als Konzept ausgedient, 2014 ist aber das Jahr für weitere individuelle Food & Beverage Concept Stores wie www.schnapskultur.de.

6/ Ein Konzept als Unterscheidungsmerkmal

Food-Blogger werden professioneller und man kann davon in Deutschland leben. Ein Gedankengang, der sich locker auch ins folgende Jahr mitnehmen lässt. Anders und mannigfaltiger als ich mir das aber jemals erträumt hätte: Kochbücher / Kooperationen / Foodbloggerbarcamp.

7/ Mein Produkt des Jahres

Den Kreis fast schließend und auf Punkt eins zurückkehrend, fokussiert sich 2014 auch in hochprozentigen Fragen wieder auf heimische Qualitäten, abseits von Gin, Whisky oder Vodka. Folglich brennen die Konsumenten für heimische Schnäpse und Aperitifs.

8/ Wunsch für 2014

Ich habe schon lang kaum mehr gute Kommunikation rund um Lebens- oder Genussmittel gesehen. Unter gut verstehe, ich nicht einzelne Punkte wie Online-Auftritt, Packaging, Kommunikation, Persönlichkeit, etc. sondern ein konsequenter Gesamtauftritt, der neue Grenzen in Deutschland setzt.