Am Ende einer #Heimbarade …

… bleibt die Freude, meine erste Online-Parade durchgeführt zu haben und die Ernüchterung, der einzige Teilnehmer gewesen zu sein.

So wurde ich im richtigen Leben darauf angesprochen und die Idee – es ging um Tausch von drei Spirituosen aus deiner Heimbar, die du in deinem Leben nicht mehr trinkst, mit drei Flaschen einer anderen Person – wurde auch online geteilt (habt tausend Dank dafür), aber am Ende des Tages war ich der einzige Teilnehmer.Nicht, dass ich nicht gerne alleine unterwegs bin oder Spirituosen gerne mit mir selbst tausche, aber eine ‚soziale Aktion‘ bedeutet die Teilnahme von ein paar weiteren Personen.

Am Ende einer furchtbar schlecht durchdachten ‚viralen‘ Aktion ist es an der Zeit Resümee zu ziehen. Dabei sehe ich sechs Punkte des Scheiterns, die für derartige Paraden und Aktion Allgemeingültigkeit besitzen.

  1. Keine zu hohen Anforderungen!
  2. Plan und Nachdruck hinter der Aktion!
  3. Zeige Persönlichkeit!
  4. Plane mit unterschiedlichen Materialien!
  5. Sei plakativ und laut!
  6. Gib der Sache einen Sinn!

In anderen Worten …

Drei Flaschen Schnaps als Einstiegskriterium ist sehr hoch gegriffen – so der allumfassende Tenor. Dies hätte ich vorab erfragen können – Zielgruppenrecherche und so. Auch die Auswahl der Flaschen, das twittern oder posten sowie verschicken sind einfach zu viele Schritte zum Glück. Dazu braucht eine derartige Aktion auch ein konzertiertes Vorgehen nach Noten. Einmal die Triangel der Kommunikation zu betätigen und dann wieder die visuelle Trommel von Instagram zu bemühen, führt zu keiner Harmonie.
Sobald ich eine Bar betrete, möchte ich positiv angesprochen werden. Dies passiert über verschiedene Parameter – entscheidend ist aber meist der Barkeeper. Mich begeistert Persönlichkeit – und die hat der #Heimbarade gefehlt. Wenn ich meine eigene, dann die von Leuten, die daran teilnehmen und davon sprechen.
Die Basis für jede Parade – ob off- oder online – sind die Materialien (Videos, Banner, Logo, Bilder, etc.) , die man hochheben, leben, liken, sharen und weiterreichen kann. Und diese sollten auch noch plakativ sein. Sonst bleibt man in der Geschmacksneutralität von Kampagnen von großen Unternehmen gefangen.
Und am Ende des Tages kann man sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Maßnahme stellen. Dies möchte ich auch auf die #Heimbarade anwenden und zugeben, dass man dem ganzen Konzept sicher mehr Sinn geben kann. Wie dies aussehen kann, möchte ich beim zweiten Anlauf aufzeigen …

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Bis dahin möchte ich noch ein paar Tipps von Richi Link – Chef der Cocktail- und Punkrockbar Wasserwerk in München – weitergeben, den ich als Anlaufstelle für sensationelle Drinks bis zur nächsten #Heimbarade empfehle. Ich habe mich mit ihm ein wenig über mögliche Problemspirituosen eurer Heimbar unterhalten. So kann Calavdos mit frischem Limettensaft und geschmolzener Zimtbutter oder klassischer Hot Toddy serviert werden. Und Gastgeschenke aus Österreich wie Williams Birne und Obstler lassen sich perfekt in einem Sour verwenden- vielleicht mit Schuß Weißbiersirup dazu. Und wer von euch hat bei seinem Kirschwasser schon an einen Daiquiry gedacht? Oder, dass man das Glas zum Rühren des Martinis voran mit Ouzo auswäscht?

Ich freue mich auf den nächsten Anlauf und eurer Feedback zu dieser Idee!