Und wie krumm ist deine Gurke? – Essen als Frage des /gemeinschaftlichen/ Engagements

Der Spaziergang über den italienischen Bauernmarkt von Cilento bereitet Torsten in seinem Blogbeitrag große Freude und inspiriert ihn (wie mich) – neben Ramsch in Hülle und Fülle gibt es auch zahlreiche Klein- und Kleinstbauern die saisonale Früchte und Gemüse feilbieten.

Nun sind die heimischen Supermärkte nicht gerade für ihre Vielfalt an Gemüse bekannt und es ist mir bisweilen schleierhaft warum es nur Gurken / Karotten / Paprika / Brokkoli kontinuierlich in die Regale schaffen. Eine vitaminhaltige Dominanz der geschmacklichen Einfältigkeit, die aber von vielen nicht hin- und -mitgenommen wird.

Vielfalt ist aktueller denn je und der Kampf der geschmacklichen Monokultur wird auf verschiedenen Ebenen geführt. Ein spannender, mittlerweile gelernter Ansatz ist die Gemüsekiste vom Bauern, die einem das unterschiedlichste Gemüse bescherrt. Vertrauen schafft aber nur die persönliche Beziehung zum Produzenten – ein Gedanke, dem auch die Aktion ‚Koch sucht Bauer‚ zugrunde liegt. Dabei werden auf einem professionellerem Level Köche und Bauern zusammengeführt. Was in einem ersten Anflug sehr nach RTLII klingt.

Alternativ gefragt sind Symbiosen, die der Marktwirtschaft zuwiederlaufen und Abnahme von Produkten garantieren. Eine Kostehe aus Bauer / Produzent und Abnehmer mit einer Abnahme / Qualitätsgarantie. Das Münchner Kartoffelkombinat ist dafür Paradebeispiel. Besonders Forage Kitchen in San Fransisco treibt mit einem gemeinsamen Gebäude zum Kochen, Produzieren, etc. die Idee der Gemeinschaft an. Mit Culinary Misfist entsteht in Berlin ein interessanter Ansatz, der noch nach Unterstützung sucht. Aus dem Gedanken heraus, dass kein Gemüse – so krumm kann es gar nicht sein – nicht verwend- oder verwertbar ist, sammeln Lea Brumsack und Tanja Krakowski Erntereste ein und verarbeiten diese. In einem zweiten Schritt soll jetzt neben einem Catering ein fixer Hofladen werden, der mitfinanziert werden möchte.

Wobei das größte Vertrauen immer in sich selbst ruht. Denn welche Kontrolle der Qualität ist besser als die Selbstkontrolle? So finden in München Imker und Hobbygärtner als http://stadtimker.de/  zusammen und Gärten finden gemeinschaftliche Hände unter dem Motto ,O’pflanzt is‚. Am Ende des Bürotages soll halt doch mehr Produktives heraussehen, als die To Do Liste von morgen. Weniger Aufwand – aber als abschließende Idee umso schöner – bedeutet der Mundraub. Dies ist eine interaktive Karte für Bäume und Sträucher, die herrenlos abgeerntet werden können.

Die Probleme der Kluft, die sich zwischen wohlhabenden und armen Menschen auch im Lebensmittel- und Ernährungsbereich auftuen sind nicht zu leugnen. Und finanzielle Sorglsoigkeit lässt wohl auch einen anderen Umgang und Auswahl an Lebensmitteln zu. Im Endeffekt sind wir sind alle Jäger und Sammler des Geschmacks – der eine im Supermarkt im Karton aus dem Süden, der andere mit seinen Händen in der Biokiste oder eigenen Schole. Allen ist aber heute die Möglichkeit gegeben, etwas anders zu machen.

Mein Blick auf gemeinschaftliche Engagements ist leider nicht sehr umfangreich. Welche Beispiele für Jäger und Sammler (wobei wohl Produzent passender wäre) habt ihr noch?