Wer oder was revolutioniert den Lebensmittelbereich?

Es ist eine gute Zeit für Veränderungen im Lebensmittelbereich. Dies ist nicht unbedingt auf der Basis einer Slowfood-Bewegung begründet, die wohl nie eine kritische Breite einer Biorevolution erreichen wird. Oder durch Organisationen wie Foodwatch, die die Industrie mit den Mitteln der Industrie und Propaganda schlagen wollen. Der Sturm auf die industrielle Bastille bietet aber kaum Lösungen sondern Radikalisierung und Meinungsmache. Und auch Ilse Aigner wird es wohl nicht richten werden.

Und ja, es muss sich etwas ändern. Die Zahlen und der schleichende Prozeß der Erderwärmung sprechen dafür. Der Wunsch vieler Konsumenten nach günstigen Lebensmitteln noch längerfristig dagegen.

Ich denke bei Auslösern für eine Revolution – hört sich hochtrabend genug an  – aber eher an anderer Antriebe – persönliche, technische oder soziale. So bieten die heutige Technik, der Wohlstand der westlichen Welt – zumindest der verbliebene Wille der Veränderungen (auf einer kleinen persönlichen oder eine großen, sozialen Ebene) – und der Hunger der zweiten Welt ein explosives Gemisch, dessen Lunte unbewusst schon brennt. Den radikalen Wandel im Lebensmittelbereich mache ich an folgenden 5 Thesen fest.

1/ Engagement von Einzelnen

Was auch immer dich antreibt, selbstständig dein Glück zu suchen, das Engagement des Einzelnen oder in der Gruppe ist der Motor des Fortschritts. An der Basis ist meist die Unzufriedenheit mit der Situation, wenn Uwe Lübbermann Premium Cola gründet, wenn Cara Rosaen

Transparenz in die amerikanische Lebensmittelkultur bringen möchte oder Flashfood Lebensmittelverschwendung in Amerika und Foodsharing in Deutschland thematisiert wollen. Viel Potential birgt die Zusammenarbeit, wie zum Beispiel der Co-Working Space in San Francisco. Und anscheinend ist noch viel Unzufriedenheit vorhanden.

2/ Technischer Fortschritt

Jede Revolution benötigt ihre technischen Möglichkeiten. Und Mobile Devices sowie ,freier‘ Internetzugang für einen Großteil der Menschen sind eine entsprechende Grundlage. Davon sprechen zahlreiche Online Start-Ups aus Amerika im großen Themenkreis von Essen und Trinken – siehe folgende beiden Liste(n) – sowie deren reiche Fülle an unterschiedlichen Ideen. Hier lohnt sich auch der Blick auf die entsprechende Food-Startup Community.

3/ Spielerische Integration von Verbraucherwünschen

Langfristig stellt sich Erfolg nur ein, wenn man die Wünsche der Konsumenten erkennt und fordert – gerne auch spielerisch. Denn Essen Einkaufen / Zubereiten / Teilen / Abnehmen soll Spaß machen. Ansporn ist in erster Linie der Mehrwert für die eigene Person – egal wie Mehrwert individuell ausgelegt wird, aber Punkte wie Transparenz, Erlebnis, Hilfe im Alltag oder Selbstdarstellung spielen eine entscheidende Rolle bei der Auswahl. Und der Mehwert für andere, nebst der Frage der Selbstdarstellung, kreuzen sehr oft die eigene Online-Reputation und den Pfadfinder-Wunsch der Empfehlungen.

4/ Gedanke des Teilens und Sozialisierung

Soziale Aspekte spielen beim Essen und Trinken eine entscheidende Rolle. Keiner isst gerne (immer) alleine, keiner trinkt gerne (immer) alleine. Veranstaltungen wie das Diner en blanc oder (viel banaler) der Hamburger Fischmarkt wecken bereits gemeinschaftliche Sensationen, die durch Online-Kanäle noch viel individueller, ungewöhnlicher und geschmacksintensiver aufgestellt werden. Kitchensurfing bietet gemeinsames Kochen,  Life my food reist als kulinarisches Reiseportal neue Seiten auf,  Grub with us sorgt genauso wie foodie für Gesellschaft beim Essen und für die passende Gemeinschaften. Und auch Supper Clubs würden ohne die Social Media Flüsterpost wohl auf einsamen Posten stehen. Interessant ist auch der Gedanke des Teilens ohne den direkten Kontakt – wie ihn das Bierschenktool buddybeers zelebriert.

5 / Wandel der Lebenswelten und Selbstverständlichkeiten

Und neben der Technik und den Menschen hat sich auch der Alltag gewandelt. Der Einkauf ist digitalisiert und unser Leben vor dem Rechner trägt langsam Früchte in allen Lebenslagen. E-Commerce / E-Food ist ein trendiges Thema und Unternehmen wie www.mymusli.de, www.foodiesquare.de oder www.otto-gourmet.de setzen konsequent die Zeichen der Zeit. Und auch wenn Online-Supermärkte in Deutschland noch scheitern, so ist dies vor allem in Städten eine nahbare Zukunft.

Alle angeführten Beispiele unterliegen keiner Regelmäßigkeit, mir näheren Bekanntschaft. Hinter dem Beitrag verbergen sich nur einige Gedanken, die ich seit längerer Zeit spazieren trage und gerne zur Diskussion stelle.

Dieser Beitrag wurde am November 17, 2012 um 9:17 nachmittags veröffentlicht. Er wurde unter Start Up, Themen abgelegt und ist mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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